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Kia lädt zum Testen des brandneuen Kia ProCeed GT nach Barcelona. Und sie kommen, die Blogger und Influencer, so wie ich mit Vanessa und Raphael, zwei weiteren Bloggern aus Österreich. Zwei Tage in der Stadt, auf Landstraßen, auf der Autobahn und als ultimative Challenge für Mann und Maschine auf dem Racetrack von Castelloli.

Die Buchstabenkombination GT, auch gerne in Abwandlungen wie GTI, GTS, oder gar GTE gebräuchlich, bürgt seit jeher als Stammeszeichen derer, die sich der großen Fahrt verschrieben haben, dem Gran Turismo, Grand Touring oder Grand Tourisme, wie es der Franzose nennt. Ein GT hat mit ausreichen Platz, Komfort und Langstreckentauglichkeit zu überzeugen, ohne Kompromisse bei der Motorisierung oder dem Fahrwerk einzugehen.

Ganz klare Vorgaben also, welche Erwartungen der Kia ProCeed GT zu erfüllen hat, um den beiden Buchstaben auch Genüge zu tun.

Barcelona

Barcelona empfängt uns mit milden 14° und strahlendem Sonnenschein. Auf Parkdeck 6 des El Prat Airports steht ein schneeweißer Kia ProCeed GT bereit, 4 Personen mit reichlich Gepäck und technischem Equipment aufzunehmen. Mit 142cm Höhe präsentiert sich die wohl schönste Tochter aus dem Hause Ceed von graziler Statur, aber makellos trainiertem Köper, der sich sehnig über 4,6m erstreckt. Coupehaft die Linienwahl, ein Shooting Brake, der die rare Tradition von Klassikern wie dem Schneewittchensarg Volvo P1800 ES oder einem Lancia Beta HPE fortsetzt, mutig modelliert für die Bedürfnisse der Neuzeit, was dem Kia ProCeed GT auch 2 weiter Türen einbringt. Für mich ein wahres Meisterwerk der Mannschaft von Peter Schreyer, federführend gezeichnet von Gregory Guillaume, die dem Fahrzeugkörper genau jene Spannung und Kraft geben konnten, die der Cousin aus Stuttgart so schmerzlich vermissen lässt. Der GT besticht aber auch in Details wie den Heckleuchten, dem zarten LED Band, das die flach abfallende Karosserie umschließt, alles gestützt auf kräftige 18 Zöller, die der Wagen auch verdient hat.

Den ersten Lackmustest besteht der ProCeed aber schon mit dem elektrischen Öffnen der Heckklappe, ohne auch nur einen Meter gefahren zu sein. Prächtige 600 Liter Kofferraumvolumen laden die Reisenden zum Verstauen ihres Equipments ein, eine variabel verschiebbare Barriere sichert die Foto- und Videoausrüstung und wer noch mehr Stauraum benötigt, kann die Rücksitzbank 40:20:40 teilen. Ich übernehme das Volant, Raphael beginnt neben mir mit dem Dreh, was Gilbert, dem Hünen unseres Teams, einen Platz hinter dem Beifahrersitz zuweist. Wider Erwarten eine komfortable Sitzordnung, ohne dass unser 191cm Mann im Fond irgendwo aneckt.

Hinein geht es ins dichte Großstadtgetümmel von Barcelona, spritzig dreht der 204 PS Motor von der Ampel, 265Nm drücken den vollbeladenen Wagen in Pole-Position, sanft und fast unmerklich verwaltet vom famosen 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe DCT, wenn es sein soll in 7,5 Sekunden auf 100 km/h. Den Kampf gegen den Luftwiderstand verliert der Kia ProCeed GT DCT bei 225km/h, der 6-Gang Schalter erst bei 230km/h.

Ausgestattet ist der Kia ProCeed GT serienmäßig mit allem, was gut und anderswo teuer ist, von selbständigem Einparken, Müdigkeitssensor, Lane-Assistant bis hin zum autonomen Fahren Level 2 wird alles geboten, was bei der Konkurrenz ganze Bände voll Pakten und Extras füllt. Kurzum Vollausstattung, nur die Farbe dürft ihr euch noch aussuchen.

Mir geht es hier in Barcelona vor allem aber um die Haptik, das Fühlen und Hören, um die traditionelle Essenz des Fahrens, um all das, was die beiden Buchstaben GT rechtfertigt.

Parcmotor de Castelloli

Der Motorsportpark Castelloli ist unser Tagesziel, doch vor der Kür kommt die Pflicht, die uns eine Tagwache um 6 Uhr sowie eine rund einstündige Fahrt ins Hinterland von Barcelona einbringt. Es schüttet aus dem Himmel über Katalonien, ideale Bedingungen, um den Kia ProCeed GT über die Autobahn zu jagen, fein geführt vom Navigationssystem mit 8 Zoll Bildschirm, das intuitiv zu bedienen ist und ideal im Blickfeld des Fahrers liegt. Wir rekeln uns in den Sportsitzen, elektrisch verstellbar und mit einer Glatt-Rauh-Lederkombination bezogen, die Heizung lodert bei 4° Außentemperatur und komfortabel abgestimmt gleiten wir unserem Ziel entgegen. Keine Aufbaubewegungen belästigen die Passagiere, kein Poltern, kein Klappern, nur der sportlich-dezente Sound des kleinen 1,6 Liter Turbos begleitet uns nach Castelloli. Das Thema Langsteckenkomfort ist damit gegessen, Platz ist abgehakt, Komfort detto. Das G von GT haben wir also in der Tasche, das T verdienen wir uns am Rennkurs.

Der frühe Vogel fängt den Wurm, wir kommen als erstes Fahrzeug an den Kurs und gehen in „medias race“. Zum Aufwärmen ein paar Runden Slalom und den Ausweichparcours, stoisch das Fahrwerk ohne Traktionsprobleme auch auf nassem Geläuf, keine Krafteinflüsse beeinträchtigen die sensible Lenkung trotz des Frontantriebs und die tolle Abstimmung von ABS und ESP schaffen Vertrauen für den 4,1 Kilometer langen Rundkurs in den Hügel hinter Barcelona.

Gefahren wird in Sets von 3-5 Fahrzeugen, wir folgen einem erfahrenen Trainer, der bayrisch ins Funkgerät bellt. Wienerisch zurückbellen geht leider nicht. Bremspunkte sind pessimistisch mit orangen Pylonen markiert, der Einlenkpunkt mit blauen. Die Einführungsrunde gilt dem Kennenlernen der Strecke, aber unser Bayer gibt ordentlich Gas, so dass wir mit vollem Speed das erste Mal über die Start-Ziel Linie preschen.

Die teuren französischen Gummis bieten trotz der nassen kalten Fahrbahn enormen Grip und erlauben dermaßen hohen Speed, dass sich der Trainer mit mir im Genick schon nach einer halben Runde so absetzen kann, dass die deutschen Lifestyle-Blogger hinter mir in der Gischt nicht mehr zu sehen sind. Das heißt warten und Regrouping, ich werde als Schlusslicht strafversetzt, so dass ich meine Aufmerksamkeit auf das Fahrzeug selbst konzentrieren kann. Der mechanische Grip ist so hoch, dass das ESP kaum eingreift, allerdings Highspeed Oversteering dort in der sauschnellen langen Linkskurve sauber unterbindet. Ein kleines Zucken und die Fuhre prescht weiter, als ob es trocken wäre.

Nach Rückfrage wird mir bestätigt, dass die Pneus trotz Regens am Racetrack nur eine Lebenserwartung von 2 Tagen haben und auch die Bremsen ob der enormen Belastung andauernden Revisionen zu unterziehen sind, was allerdings auf die Lebensdauer der Bremsen im Alltagsbetrieb keine Rückschlüsse zulässt. Wieder Regrouping, zum Abschluss des ersten Stints darf ich wieder den Bayern jagen, denn der Kia ProCeed GT hält in der Klasse der +/- 200PS Kompakten jedem Vergleich stand, wohl insbesondere auch ein Verdienst der Fahrwerksabstimmung, die von Albert Biermann, einem ex BMW-Mann, mit fachkundiger Hand durchgeführt wurde.

Der Motor dreht kraftvoll gegen 6000 U/min, der Begrenzer ist auf Grund des DCT Getriebes kein Spielverderber, sanft und unauffällig wird geschaltet, erfahrene Fahrer auch gerne mit den Paddles, die am Lenkrad mitdrehend angebracht sind. Vom Gefühl her verträgt das ganze Setup noch mindestens 50PS mehr, wenn nicht 100, dermaßen ausgewogen und fein balanciert ist der Kia ProCeed GT.

Testbericht Kia ProCeed

Landstraße

Der Kia ProCeed GT ist der Shootingstar der Saison, was er auch bei der abschließenden Fahrt von Racetrack über gewundene Landstraßen zweiter und dritter Ordnung unter Beweis stellt. Wendig und gleichzeitig stabil geht es Richtung Barcelona und die Klappenauspuffanlage grummelt fröhlich im Sport-Mode vor sich hin. Der Shooting Brake empfiehlt sich für sportliche Fahrer, die auch ein wenig mehr Transportbedarf haben und ihrer Geschmackssicherheit folgen. Untermauert wird das emotionale Erlebnis mit gnadenloser KIA Qualität, die natürlich mit 7jähriger Garantie belohnt wird.

Viel kann man mit den Kia ProCeed GT als nicht falsch machen, dafür aber alles richtig.

Ein wahrer GT vor dem Herrn!

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