Johnny Ertl und Roman Wallner Kia Ceed
ÖFB Cup

Wer kommt ins Finale?

Roman Wallner im Gespräch über das Finale im UNIQA ÖFB Cup

22.03.2019

Jetzt wird’s ernst! Der Kampf um die Finalplätze im UNIQA ÖFB Cup geht in die entscheidende Phase!

Für mich ist der FC Red Bull Salzburg im Halbfinale gegen den GAK 1902 natürlich der haushohe Favorit! Ich komme zwar eher aus der Sturm-Ecke, aber was der GAK in dieser Saison bisher geleistet hat, muss man hoch anerkennen. Man kann dem Verein nur gratulieren und es freut mich grundsätzlich auch sehr für die Stadt Graz und für das Team, weil ich den Trainer ganz gut kenne. Man merkt die enorme Begeisterung der Grazer Fußballfans Woche für Woche – egal, ob bei Sturm Graz oder dem GAK. Genau dieser Rückhalt kann für den sogenannten ‚Underdog‘ GAK natürlich auch jetzt entscheidend sein. Dazu konnten die Steirer aufgrund der bisherigen Saisonleistungen im Cup und in der Liga eine enorme Euphorie entfachen. Hinzukommt auch noch, dass es im Cup nur ein Match gibt. Da musst du einfach auf den Punkt da sein! Dass die Grazer das können, haben sie auch schon im Viertelfinale gegen die Wiener Austria bewiesen. Vor allem wenn man bedenkt, dass der GAK zu dieser Zeit eigentlich noch lange in der Winterpause war, ist diese Leistung umso höher einzuschätzen. Wenn der GAK dann natürlich auch wieder das nötige Spielglück auf seiner Seite hat, dann traue ich dem Team auch diesmal sehr viel zu. Für Salzburg spricht allerdings die individuelle Qualität, denn für mich ist das der derzeit beste Verein in Österreich, der die Leistung in nahezu jedem Spiel abruft. So wie man das Team von Marco Rose kennt, wird es auch dieses Spiel zu hundert Prozent ernst nehmen und dann wird es schwer für das Gegenüber. Also bleibe ich dabei: Auch wenn ich vollends überzeugt bin, dass die GAK-Spieler alles reinwerfen werden, um es den Salzburgern so schwer wie möglich zu machen, gehe ich schon davon aus, dass Red Bull Salzburg seiner Favoritenrolle gerecht wird und ins Finale einzieht. 

Zwischen dem LASK und dem SK Rapid Wien ist die Ausgangslage natürlich etwas offener und es ist vieles denkbar. Meine Tendenz geht aber schon in Richtung der Linzer. Der LASK hat eine kompakte und sehr solide Mannschaft. Ein ganz großer Unterschied liegt für mich in der Konstanz. Der LASK hat im Vergleich zu Rapid kaum Leistungsschwankungen. Die Linzer bringen konstant ihre Leistung und stehen deshalb auch in der Meisterschaft zurecht auf dem zweiten Platz. Außerdem spielen sie seit geraumer Zeit auch einen wirklich guten Fußball. An dieser Stelle muss ich dem LASK allgemein ein sehr großes Kompliment machen. Zu meiner Zeit war noch die SV Ried ‚der Vorzeigeverein‘ in Oberösterreich. Mittlerweile würde ich aber sagen, dass die Personen, die den Verein momentan führen, den LASK auf wirklich solide Beine gestellt haben und sich dieses Konzept bis in die Kampfmannschaft durchzieht! Ich glaube, dass der Verein allgemein in letzter Zeit dadurch noch viel interessanter und sympathischer geworden ist. Rapid dagegen ist sehr schwer einzuschätzen. 

Als Außensteher wirkt das Team teilweise chaotisch und mannschaftlich nicht gefestigt. Wobei Didi Kühbauer sicher der richtige Trainer für diese Situation ist, denn er kann sicher am meisten rausholen. Seine Mannschaft hat gute Ansätze, leider aber auch einige Eigenfehler, mit denen sie sich dann oft selbst verunsichert. Wenn es der LASK schafft, Tempo und Pressing, wie so oft, richtig einzusetzen, dann glaube ich schon, dass sich die Linzer durchsetzen werden. Fürs Finale tippe ich also auf ein würdiges und sehr interessantes Finale zwischen dem FC Red Bull Salzburg und dem LASK!