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Ein Artikel von Christoph Cecerle

Es gibt Einladungen, denen ich nicht widerstehen kann. Präsentationen, die das Feuer des Südens in mir wecken, kindliche Freude in mir aufkommen lassen und meinen Gemütszustand auf Tage anheizen. Und genau eine solche war die Einladung zur Präsentation des Kia ProCeed in Barcelona. Ein Highlight des Sommers und eine Ehre, bei der Enthüllung dieses Design Statements dabei zu sein.

Barcelona

Wir sind eine bunt zusammengewürfelte Truppe, frühmorgens am Airport Vienna. Keine Anzüge, keine Krawatten, eine attraktive Bloggerin, ein junger Fotograf, frisch und motiviert, jedenfalls keine Pressereise traditioneller Prägung. Barcelona empfängt uns mit der Wärme des Spätsommers, ein Hotspot des coolen Lebensstils, trotzdem eine Metropole, geprägt von Architektur und jungen innovativen Menschen, aufstrebend und charmant.

Der Transfer klappt mit asiatischer Präzision, das Gepäck wird im Hotel verstaut und wir machen uns zu Fuß auf den Weg zum Hafen, um der Enthüllung des Kia ProCeed beizuwohnen. Die Stimmung ist allein schon durch die Espresso Pause am Strand prächtig, ein paar hundert Meter weiter erwartet uns schon die Check-In Area mitten im Hafen von Barcelona, ein mächtiger Hangar für Yachten, ein riesiges Freigelände direkt am Wasser in der Sonne Kataloniens. Der eigentliche Star des Tages, der Kia ProCeed, ist noch züchtig verhüllt in einem roten Stoffkleid, das nur zart die sinnlichen Linien kaschiert. Direkt am Wasser wird gekocht und gegrillt, es duftet nach Iberico und Seafood, erste Drinks kühlen die ausgewählten Beobachter.

Kia ProCeed

Bald findet sich die Menge im Hangar ein, vor ihr eine Chromcontainer, der den Kia ProCeed noch bedeckt, kurze prägnante Statements des Managements und mit Stolz wird das Geheimnis gelüftet, der Kia ProCeed wird zum ersten Mal der Weltöffentlichkeit präsentiert.

Ich muss zugeben, dass ich schon vorab gestöbert habe, wie ein Kind, das Weihnachtsgeschenke sucht, um zu erahnen, was die Bescherung wohl bringen würde. YouTube Videos von getarnten Prototypen, Erlkönige in unscharfer Auflösung, Splitter von Informationen. Ich hatte eine Ahnung dessen, was ich sehen würde und der Anblick übertrifft dann noch die Erwartung, insbesondere die frappante Nähe zur Studie ProCeed aus dem Jahr 2017, die im wesentlichen übernommen und umgesetzt werden konnte.

Ein Shooting Break reinsten Wassers, ein Fahrzeug geprägt von fließender harmonischer Form, monolithisch gezeichnet, trotzdem von unvergleichlicher Leichtigkeit und Eleganz. Das schwierigste an einem Shooting Break ist das Konzept der abfallenden Seitenlinie und des flachen Daches, was zu einem optischen Absacken des Hecks führen kann. Hier aber präsentiert sich das Fahrzeugheck mit sportlicher Straffheit, getragen in jugendlicher Form, was fast den Nutzwert des Fahrzeugs verschleiert. Denn unter den geradezu erotischen Formen verbirgt sich ein riesiger 594 Liter Kofferraum, flexibel erweiterbar durch die dreiteilig (40:20:40) klappbare Rückbank, der trotz der eleganten Form fast an das Volumen des Kia Ceed Sportswagon herankommt.

Mit einer Länge von 4605mm ist der Kia ProCeed nur 5mm länger als der Sportswagon und bleibt damit ein angenehm kompaktes Fahrzeug. Die Höhe wurde aber im Vergleich zur Kia Ceed Limosine um 25mm, zum Ceed Sportswagon sogar um 43mm zurückgenommen, was dem Auge schmeichelt, Passagieren auf der Rückbank aber sogar bis 1,90m nicht die Kopffreiheit nimmt, da die Fondbank selbst abgesenkt wurde. So sitzen die Passagiere äußerst komfortabel, wenngleich meine Lieblingsposition natürlich in der ersten Reihe links ist, dort, wo ich im GT und in der der GT-Line (in anderen Ausstattungslinien wird der ProCeed nicht angeboten) auf Leder und Alcantara gepolsterten Sportsitzen Platz nehme, das Cockpit angenehm dem Fahrer zugeneigt, sodass auch in der Hitze des Gefechts die Bedienung intuitiv gelingt. Annehmlichkeiten wie Apple Carplay oder Android Auto sind genauso selbstverständlich wie alle Assistenzsysteme, die schon im neuen Kia Ceed präsentiert wurden, bis hin zum teilautonomen Fahren.

Unterstrichen wird der sportliche Anspruch natürlich auch mit den verfügbaren Motorisierungen. Neben den bekannten Motoren (1.4 140 PS Turbo-Benzin und 1.6 136 PS Turbo-Diesel) verführt im Topmodell GT ein 1.6 Liter Turbo Benziner mit knackigen 204 PS bei 6000 U/min und einem Drehmoment von 265 Nm schon bei 1500 U/min. Koppelbar sind alle Aggregate wahlweise mit einem 6-Gang Schaltgetriebe oder einem Siebengang Doppelkupplungsgetriebe. Wie sich das dann anfühlt und anhört, wenn sich die Klappen der Sportauspuffanlage öffnen, hoffe ich demnächst erleben zu dürfen.

Design

Mit der Präsentation des ProCeed etabliert sich Kia weiter in der Champions League der Automobilhersteller, was sicher auch maßgeblich mit der Verpflichtung von Peter Schreyer zu tun hat. Der Designer ist seit 2006 für das Design der Kia Fahrzeuge zuständig und man hätte sich kein besseres Geschenk machen können. Der Absolvent des Royal College of Art in London gilt als Großmeister seines Fachs, was ihm auch eine Ehrendoktorwürde einbrachte, einer unter dreien, neben Sergio Pininfarina und Giorgio Giugiario.

Party

Gegen 14:00 Uhr ist die offizielle Vorstellung beendet, aber das eigentliche Fest beginnt abends, wenn der warme Wind über den Hafen weht, die Bars geöffnet werden und die Party Crowd eintrifft. Geladen sind internationale Influencer, Blogger und YouTuber, junge Männer und Frauen, die vielleicht den Lifestyle verkörpern, für den der Kia ProCeed auch gezeichnet wurde. Die eigentliche Nagelprobe, ein erstes Abtasten mit denen, die sich Stil und Performance auf die Fahnen geschrieben haben, ein mutiges Unterfangen von Kia, sich gleich am ersten Tag an die Front zu wagen. Und ganz locker mischt sich Peter Schreyer unter das Volk, gemeinsam mit dem internationalen Management, das Gespräch suchend, offen für Fragen und auch Komplimente für das herausragende Produkt und den traumhaften Abend im Hafen von Barcelona. Und auch ich habe an der Bar die Möglichkeit, mit dem International Marketing Manager über den Kia ProCeed zu diskutieren, zu fragen und ein Bier zu trinken.

Epilog

Ich habe das Gefühl, dass Kia verstanden hat, wie sich die Welt in den letzten 10 oder 15 Jahren verändert hat, die Kommunikation transparent wurde, das Design und der Stil maßgeblich zum Erfolg auf einem globalisierten Markt beitragen. Und an diesem Abend im Hafen von Barcelona manifestiert sich das Verstehen in einem Produkt, das sowohl für Kia, als auch auf den Märkten Maßstäbe setzen wird. In seinem einzigartigen Design gepaart mit dem Nutzwert, der vielleicht durch die Strahlkraft des Shooting Brakes im Verborgen schlummert, im gnadenlosen Streben nach Qualität, das mit einer 7-jährigen Garantie den Stempel eingebrannt bekommt. Europa wird sich warm anziehen müssen, denn der Kia ProCeed zeigt, dass technischer Fortschritt, Leadership in Design und Qualität keine Erbpacht mehr sind, wenn ein Unternehmen wie Kia das beste aus allen Welten paart und Autos wie den Kia ProCeed präsentiert.

Foto Credits: Vanessa Strauss (vannese.com), Raphael Berthold (instagram.com/raphaeldominik), Christoph Cecerle (eaglepowder.com)

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