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Mit dem Elektroauto übers Land

Kann man mit einem Elektroauto übers Land fahren? Man kann. Die Beweisführung ist mit einer Tour von Wien nach Graz erbracht worden. Ziel war die Redaktion der Kleinen Zeitung. Auch wenn ein batteriebetriebenes Elektroauto konstruktionsbedingt eher für Stadtverkehr und suburbane Gegenden geeignet ist, kann, eine gute Planung vorausgesetzt, auch ein entfernteres Ziel erfolgreich angesteuert werden.

 

Start mit vollem Akku bei Kia Partner Zitta im 10. Wiener Gemeindebezirk. Die angegebene Restreichweite beträgt 153 Kilometer. Die Angabe berechnet sich aus den Profilen der letzten Fahrten. Hier waren zuvor eher Racer am Werk. Kann man mit einem Elektroauto übers Land fahren? Man kann. Die Beweisführung ist mit einer Tour von Wien nach Graz erbracht worden. Ziel war die Redaktion der Kleinen Zeitung. Auch wenn ein batteriebetriebenes Elektroauto konstruktionsbedingt eher für Stadtverkehr und suburbane Gegenden geeignet ist, kann, eine gute Planung vorausgesetzt, auch ein entfernteres Ziel erfolgreich angesteuert werden. Start mit vollem Akku bei Kia Partner Zitta im 10. Wiener Gemeindebezirk. Die angegebene Restreichweite beträgt 153 Kilometer. Die Angabe berechnet sich aus den Profilen der letzten Fahrten. Hier waren zuvor eher Racer am Werk.  Mit der Formel E=mc² im Hinterkopf wurde bei dieser Fahrt nicht die Höchstgeschwindigkeit ausgelotet, meist liegt das Tempo bei tempomatisierten 95 km/h. Daraus folgen zwei Erkenntnisse: 1. Von Wien bis Loipersdorf verliert man gegenüber angestrebten 130 etwa zehn Minuten, und 2., die Lkw-Fahrer kennen mittlerweile alle Tricks, den Tempobegrenzer von 88 km/h zu überlisten. Jedenfalls überholen einige, aber nicht ohne zuvor ordentlich mittels Horn und Lichthupe Druck zu machen.

Kraft trotz Wind und Regen

Die Außentemperatur liegt bei vier bis fünf Grad, es nieselt immer wieder leicht. Eine Auswirkung auf die Reichweite durch Scheibenwischer oder Heizung (Driver Only Button gedrückt) ist nicht zu bemerken. Die Steigungsstrecke über den Wechsel lässt die Reichweite natürlich schneller schrumpfen. Am Scheitelpunkt Zöbern auf einer Seehöhe von ca. 800 Metern sind noch 62 Kilometer übrig. Doch was der Berg nimmt, das gibt er auch wieder. Also nicht alles, denn Reibung und Luftwiderstand gibt es auch bergab. Aber bis Schäffern wird immer wieder fleißig rekuperiert.

 

Als der Elektrosoul die Raststation von Loipersdorf ansteuert, stehen noch 62 Kilometer Restreichweite am Display. Laden unterwegs ist nicht schwer mit der SMATRICS® Ladekarte. Das Unternehmen SMATRICS ist ein Komplettanbieter von Dienstleistungen rund um das Thema Elektromobilität. SMATRICS errichtete als erster Anbieter in Österreich ein flächendeckendes, kundenorientiertes Netz mit öffentlichen Lade- und Schnellladestationen, die zu 100 % aus erneuerbaren Energien gespeist werden. Die Ladestationen können auch praktischer weise über eine App lokalisiert werden, das Smartphone zeigt gegebenenfalls auch an, ob die gesuchte Ladestation gerade frei ist.

Stopp in Loipersdorf

Die in Loipersdorf ist frei. Nun heißt es, die Andockprozedur in der richtigen Reihenfolge und Geschwindigkeit zu vollziehen. Wenn der Automat verlangt, dass man die Karte herzeigt, sollte das Kabel bereits parat sein und unmittelbar danach angesteckt werden. Sonst vergisst der Kasten seinen Gast wieder und frustriert mit „Fahrzeug nicht erkannt“. Beim richtigen Timing startet der Ladevorgang mit etwa 7,5 kWh. Das Kabel kann auch nur entriegelt werden, wenn wieder die Karte über das Display gezogen wird. Man ist also auch vor Scherzbolden oder Stromdieben sicher und kann den Ladevorgang auch im Café abwarten. Bezahlt wird eine Flatrate von € 14,90 monatlich, das heißt, häufigeres Laden unterwegs zahlt sich aus. Derzeit gibt es landesweit knapp über 70 Stationen, Tendenz steigend. Die meisten befinden sich in den Ballungsgebieten, die Netzdichte ist auch im Osten Österreichs höher als im Westen.

 

Nach zwei Stunden, zwei Espressi, zwei Colas, einem Toast und einem Marillenplunder stehen wieder 128 Kilometer Reichweite parat. Die Fahrt geht weiter. Die freiwillige Selbstbeschränkung auf Tempo unter Hundert führt zur Entscheidung, zwischen Hartberg und Gleisdorf die Bundesstraße zu wählen, zahlreiche Schilder am Straßenrand fordern auf, Kernöl zu kaufen. Ab Gleisdorf geht es dann wieder über die Autobahn, ein paar Kilometer hat die gewählte Route auch eingespart. Die letzte größere Steigung, die Laßnitzhöhe kurz vor Graz, wird mit Würde genommen, immerhin geht es auf 480 Meter hinauf, noch 77 Kilometer Kapazität stehen zur Verfügung. Nun geht es wieder bergab, und als der Kia Soul EV in Graz in die Schönaugasse einbiegt, stehen noch 63 Kilometer am Display. Dies offenbart ein ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis des Fahrers, aber schließlich war die Tour eine Überstellfahrt zur Kleinen Zeitung. So hätte der Ladevorgang in Loipersdorf auch kürzer ausfallen können, allerdings gehört es sicher nicht zum Guten Ton, ein Auto mit Null Kilometer Reichweite in der Redaktion abzugeben.

Fazit der Geschichte

Auch wenn es nicht die Kernkompetenz dieser Fahrzeugkategorie ist, kann man auch über Land fahren, anständige Planung und ein Bisschen Geduld für Ladestopps vorausgesetzt. Das Geräuschniveau im Auto gemahnt an Rolls Royce, und die doch schon etwas winterlichen Bedingungen sowie die Winterreifen mit höherem Rollwiderstand knabbern nicht merkbar an der Reichweite. Als Durchschnittstempo gibt der Bordcomputer etwa 75 km/h an. Der Dieselpilot mit 150 kommt auch nicht auf mehr, wenn unterwegs irgendwo ein Stau lauert. Der Verbrauch lag im Schnitt bei 15,8 kWh/100km. Damit kommt man ziemlich nahe an den Iso-Zyklusverbrauch von 14,7 kWh/100km ran. Wie überhaupt der Messzyklus bei Elektroautos viel näher an der gelebten Fahrpraxis liegt als bei den Verbrennern.

 

So, wie geht es nun weiter? Als nächstes Innsbruck?

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