Navigation Content
car mail home kia insider

Sagte da jemand unauffällig? Eine Art „Straßenwolf“ sei der neue Sorento, so die Kia-Designer um ihren Chef Peter Schreyer. Zumindest von vorne könnte er aber auch eine Katze sein, denn die Scheinwerfer und der große verchromte Grill wären da gut aufgehoben. In Richtung Heck geht die Eleganz mit weniger Schwung, von hinten ähnelt der Kia eher einem amerikanischen SUV. Die schicke Hülle kaschiert gut, dass der Sorento-Wolf ordentlich zugelegt hat. Die Länge wuchs um 9,5 Zentimeter auf jetzt 4,78 Meter, der Radstand misst nun 2,78 Meter. Damit liegt der Sorento auf VW-Touareg-Niveau, auch wenn Kia mehr die Wettbewerber vom Schlage eines BMW X3 im Visier hat.

Die Vorteile des Sorento

Einen Vorteil hat die Üppigkeit des Sorento – er wiegt leer unter zwei Tonnen: Innen gibt es mehr als genug Platz. In der zweiten Reihe leidet niemand Not. Praktisch ist die Längsverstellung der Fondsitze, zudem sind die Lehnen in der Neigung verstellbar. Sofern die optionale dritte Sitzreihe geordert wurde, macht das besonders Sinn, um die aus dem Ladeboden herausklappbare Möblierung zu entern. Unkompliziert ist das für Erwachsene aber nicht, denen man den dortigen Aufenthalt auch nur kurz zumuten sollte. Oder man erfreut sich an ordentlicher Ladefläche, die nach dem Zug an Hebeln im Kofferraum entsteht. Bis zu 1.732 Liter Gepäck passen in den Sorento, auch hier der Vergleich zum VW Touareg: Dort sind es nur 1.642 Liter, eine dritte Sitzreihe bieten die Wolfsburger erst gar nicht an.

Als gelungen kann das Cockpit bezeichnet werden: Hier ist das Ambiente gegenüber dem alten Sorento deutlich hochwertiger geworden. Alle wichtigen Bedienelemente hat Kia übersichtlich angeordnet. Zu kritisieren sind nur der ziemlich glatte Lenkradkranz und der zu steil stehende Bildschirm in der Mittelkonsole. Für eine bessere Sicht des Fahrers sollte er mehr geneigt sein. Ansonsten stimmt die Materialauswahl. Premiumverwöhnte Kunden werden etwas mehr Leder und Chrom vermissen, im Gegenzug sind aber bei Kia schon viele Extras inklusive. Apropos inklusive: Der neue Sorento wird nur noch mit einem 2,2-Liter-Vierzylinder-Diesel (Schalter oder Automatik) angeboten, dafür aber in drei Ausstattungsvarianten.

 

Schalten lassen als erster Gedanke, schließlich macht das bei solch einem Dickschiff durchaus Sinn. Laufruhig legt der 200 PS starke Selbstzünder los und zieht den Sorento mühelos auf Tempo 100. Die Art der Kraftentfaltung erinnert dabei mehr an einen Bären – lässig bedient sich die Sechsstufen-Automatik aus dem Honigtopf mit üppigen 441 Newtonmeter Drehmoment. Schon bald wird klar, warum der Sorento besonders in den USA (dort aber als V6-Benziner) so gut ankommt: Gepflegtes Cruisen ist angesagt, den harten Drehmoment-Tritt in den Hintern sucht man vergebens.

Elegant in den Kurven

Allerdings liegt genau hier die Stärke des neuen Kia Sorento, zumal er nicht zur watteweichen Schaukel verkommt. Im Gegenteil: Die Mischung aus Straßenlage und Federungskomfort ist gut austariert. Lediglich die Lenkung könnte noch einen Schuss präziser agieren, denn der schwere Sorento muss gelegentlich mit Nachdruck um die Kurven gezwungen werden. Zwar gibt es bei dieser Automatik-Version einen Schalter für Eco- und Sport-Fahrmodi, doch beide sind eher überflüssig. Bei „Sport“ wird die Lenkunterstützung reduziert, was zur Folge hat, dass speziell auf sehr kurvigen Straßen schnell die Arme schmerzen. Ganz ehrlich: Wer Sportlichkeit in einem SUV sucht, kann genauso gut als Vegetarier zum Metzger gehen.

Noch ein Wort zum Allradantrieb des Sorento: Das so genannte Dynamax-System von Magna Powertrain arbeitet mit Torque Vectoring und leitet das Drehmoment gezielt an die Räder mit Bodenhaftung. Für extrem rutschigen Untergrund gibt es eine „Lock“-Funktion, die bis zu 30 km/h das Drehmoment stets im Verhältnis 50:50 auf beide Achsen verteilt. Das sollte für den nächsten Skiurlaub reichen. Hinzu kommen eine Bodenfreiheit von 18,5 Zentimeter und eine maximale Anhängelast von zwei Tonnen.

Die Ausstattungsvarianten

Traditionell punkten die Modelle von Kia beim Preis, auch der neue Sorento fügt sich nahtlos ein – siehe Daten-Kas­ten. Dafür erhält der Kunde die bereits reichhaltige „Platin“-Ausstattung mit ACC (Adaptiver Tempomat), AFLS (Adaptives Frontscheinwerfersystem), AVM 360° Around View Monitor, belüfteten Fahrer- und Beifahrersitz, BLIS (Totwinkelassistent), elektrisch verstellbarer Fahrersitz, 10-fach verstellbar (inkl. Speicherfunktion für Fahrersitz und Außenspiegel), Räder 19 Zoll mit 235/55 R19 Bereifung, Leichtmetallfelgen, RCTA Querverkehrsassis­tent, Sonnenschutzrollo in den hinteren Türen, SPAS (Smart Parking Assist System), Vollledersitze: Wer bietet mehr?

Mehr Artikel zu den Modellen

Mehr Artikel zu den Themen