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… oder, präziser in der englischen Originalfassung, „we will always have Paris“, sind die Abschiedsworte von Rick an Elsa im Kultfilm Casablanca. Der schwarz-weiße Streifen mit Ingrid Bergman und Humphrey Bogart in den Hauptrollen spielt zu einem Drittel in der französischen Hauptstadt und bedient die meisten Klischees der Seine-Metropole: Paris, die Stadt der Liebe, der Kunst, der Resistance im 2. Weltkrieg.

Mit seinen Umlandgemeinden zählt Paris zu den größten Städten Europas. Die Hauptstadt von Frankreich beherbergt unzählige Ämter und Regierungsbüros, da Frankreich seit jeher ein äußerst zentralistisch verwaltetes Land ist. Überhaupt ist Paris ein bisschen eine Insel im Rest von Frankreich. Das spiegelt auch der geographische Name der Region wider: Île-de-France. Eigener Dialekt, irre Immobilienpreise und auch das ausgeprägte Selbstverständnis der Bewohner lassen keinen Zweifel aufkommen, das ist das Zentrum der Welt.

Paris zählt auch zu den ältesten Großstädten Europas. Aus der keltischen Siedlung Lutetia entstanden, war Paris römischer Stützpunkt, später Hauptstadt des Fränkischen Reichs. Ihren Ausgangspunkt nahm das Stadtwachstum von den kleinen Inseln in der Seine aus.

Zwischen dem gemütlicheren, studentischen Quartier Latin am südlichen Seine-Ufer „Rive Gauche“ und dem mondänen Nordufer der Seine bilden die Inseln im Fluss immer noch ein Zwischending. Wer durch die engen Gassen der Île Saint Louis streift, merkt nicht, dass diese ursprünglich aus zwei kleinen Inseln bestand, die im 17. Jahrhundert durch Anschüttung vereint und dann erst bebaut wurden. Alles wirkt viel älter. Auf der Île de la Cité hingegen blüht der Prunk, die Kathedrale Notre Dame ist weithin sichtbar, die Conciergerie war früher Gefängnis, ist jetzt der Justizpalast. Westlich davon liegt der Place Dauphin. Der mit Sand bedeckte, dreieckige Platz ist heute einer der romantischsten Plätze von Paris, gesäumt von hohen Bäumen und einladenden, kleinen Lokalen. Das war nicht immer so: im 14. Jahrhundert stand dort der Scheiterhaufen, auf dem der letzte Großmeister des Templerordens seinen Tod fand.

Westliches Ende der Insel markiert der Pont Neuf, zu Deutsch neue Brücke, deren Bau 1607 abgeschlossen war. Kurioserweise ist die „neue Brücke“ heutzutage die älteste noch erhaltene Brücke über die Seine.

Heute ist Paris in 20. Bezirke (Arrondissements) gegliedert. Vom ersten, der nämlichen Seine-Insel plus Louvre zählen diese spiralförmig im Uhrzeigersinn weiter. Im sechsten Bezirk befindet sich nicht nur das – doch sehr touristische – Studentenviertel Quartier Latin, sondern auch einer der schönsten Parks der Welt. Der Jardin du Luxembourg beherbergt nicht nur das eindrucksvolle Schloss des Luxemburgischen Fürsten, sondern auch endlose Wege, verschwiegene Plätze wie beispielsweise den Medici-Brunnen, Tennisplätze und jede Menge Boule-spielende ältere Herren. Unweit der großen Universität Sorbonne gelegen ist der große Garten sowohl Flaniermeile, als auch Sportplatz und Ruheoase zugleich.

Nicht weit vom Westeingang des Parks findet sich an einer gemütlichen Ecke das Restaurant Georgette. Hier wird klassische Pariser Bistroküche mit höchstem Anspruch serviert. Der Maitre ist vielsprachig – das ist nicht überall üblich in Paris – berät geduldig und steht auch für ein Foto Modell. Im Gegensatz zu normalen Pariser Bistros kann man hier auch sitzen, ohne die Gäste des Nachbartisches körperlich zu spüren. Klare Empfehlung zum Besuch!

Weiter nördlich davon befindet sich die Église Saint-Sulpice. Rund um die Kirche liegt ein schöner Platz, der im Frühjahr und Sommer Floh- und Jahrmärkte beherbergt. Hinter einem der Dachfenster in einem der schicken Wohnhäuser rundum wohnt die berühmte französische Schauspielerin Catherine Deneuve.

Weiter südlich, bereits im Stadtteil Montparnasse, ragt der 210 Meter hohe, gleichnamige Turm empor. Das Gebäude aus Anfang der 70er-Jahre gilt als Geheimtipp auch für die Betrachtung der Stadt von oben. Vom Dach aus kann man auch auf das wohl berühmteste Wahrzeichen herabsehen: den Eiffelturm. Dieser Turm ist zwar mit 324 Metern höher, aber die begehbare Aussichtsplattform kann mit dem Tour Montparnasse nicht mithalten. Im Übrigen sind die Sicherheitsbestimmungen rund um den Eiffelturm noch strenger und die Wartezeiten beträchtlich länger.

Der Eiffelturm wurde anlässlich der Weltausstellung und zum 100. Jubiläum der Französischen Revolution 1889 errichtet. Das von Gustave Eiffel konstruierte Eisenfachwerk steht repräsentativ für den damals innovativen Baustoff Gusseisen und diente zwischenzeitlich auch als Radio-Sendemast. Heute wohl einer der stärksten Touristenmagneten weltweit, galt das Gebäude bei Errichtung als durchaus hässlich.

Überhaupt war Paris im 19. Jahrhundert die wahrscheinlich modernste Metropole der Welt. Dass vom mittelalterlichen Paris heute kaum mehr etwas sichtbar ist, ist vor allem dem Baron Haussmann zu verdanken. Er schuf die breiten und mondänen Boulevards von Paris im Auftrag des Kaisers Napoleon III. Auch nach dessen Abdankung ging es in der dritten Republik mit dem Umbau der Stadt munter weiter. In der Belle Epoche begann ein europaweiter Siegeszug des Jugendstils in Kunst und Architektur.

Paris als Stadt der Kunst: der Louvre ist wohl das Kunstmuseum mit den meisten Besuchern der Welt. Größere Ausstellungsflächen als der Louvre bieten weltweit nur das Metropolitan Museum New York und die St. Petersburger Eremitage. Hier wird auch Leonardo da Vincis kleine Mona Lisa hinter Panzerglas gefangen gehalten, wenn man im Gewimmel der Besucher überhaupt einen Blick auf das Gemälde werfen kann. Besser, eine Jahreskarte lösen und sich dem Rest der fast 400.000 Exponate widmen.

Oder als Kontrast die Hypermoderne: das Centre national d’art et de culture Georges-Pompidou, dessen Bau wurde vom damaligen gleichnamigen Staatspräsidenten iniziiert, von den Architekten Renzo Piano, Richard Rogers und Gianfranco Franchini entworfen und 1977 fertiggestellt. Unschwer zu erraten warum, wurde es anfangs von der Bevölkerung mit dem Namen Raffinerie bedacht.

Live gepinselt wird hingegen immer noch am Montmartre. Früher Heimat der Künstler, wie Toulouse Lautrec wird heute eher für die Touristen gemalt. Der Hügel im Norden von Paris ist entweder zu Fuß oder per Standseilbahn zu erklimmen, von der Kathedrale Sacré Cœur sieht man schön über die Stadt – Cineasten sei der Kurzfilm von Claude Lelouch mit dem Titel C’était un rendezvous empfohlen. Auf knapp neun Minuten Filmlänge wird ungeschnitten eine rasante Fahrt in den frühen Morgenstunden gezeigt. Mit bis zu 200 km/h nimmt die Strecke an der Porte Dauphin ihren Ausgang und endet auf den Stufen von Sacré Cœur de Montmartre.

Am Abhang des Montmartre befindet sich außerdem noch der letzte Weinberg von Paris. Rundherum trifft man auf die Varietés nahe Place Pigalle, wie zum Beispiel das Moulin Rouge.

Zum Abschluss geht es noch in den Abgrund. Da die zahlreichen Bauvorhaben in der Metropole nur mit viel Sandstein zu realisieren waren, holte man sich diesen gleich vor Ort, allerdings im Untergrund. Die Stadt Paris ist unterirdisch ausgehöhlt wie ein Schweizer Käse. Manche der Katakomben sind zugänglich, dort sind auch die Knochen von etlichen Generationen Verstorbener gelagert, es gibt aber auch Archive, Bunker und sogar Discos und Bars im Untergrund. Die muss man nur finden.

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