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Wo soll man den neuen Kia Optima einordnen? Ist das bloß die Mittelklasse, oder sieht man da schon mehr? Optisch gehört er jedenfalls zu den Großen, denn mit fast 4,9 Metern Länge bietet er Limousinen der Premiumherstellern ordentlich Paroli, ohne dabei zu protzen. Die sanften Linien, welche er von den Designern bekommen hat, verschleiern dabei etwas seine Größe. Die fast gerade Schulterlinie, zu der abfallend die Dachkante verläuft, verhilft zu diesem visuellen Effekt. Das Leuchtendesign sowie der gekonnte Einsatz von Chromspangen lassen ihn in Richtung Oberklasse schielen.

Im Innenraum lockert eine ebenfalls durchdachte Linienführung das Ambiente angenehm auf. Sinnvoll platziert und integriert zeigen sich dabei die Bedienelemente. Beim ausprobieren sämtlicher Funktionen stellt man verblüfft fest, dass so ziemlich alles, was das Herz begehrt, in der Korealimo verbaut ist. Elektrisch verstellbare Ledersitze mit Memoryfunktion, welche nicht nur über eine Sitzheizung, sondern sogar über eine Sitzlüftung verfügen, sind nur ein kleiner Teil dessen, was er bietet. Um die Hände im strengen Winter vor dem Kältekrampf zu schützen, ist das Lederlenkrad beheizbar.

Dank der vier Ausstattungslinien wachsen bei der Fahrzeugkonfiguration keine grauen Haare. Im Zeichen der Wertigkeit von Edelmetall, sind diese Varianten unterteilt in Titan, Silber, Gold sowie Platin. Auswählen und fertig! Keine elendslangen Optionslisten wie bei manch anderen Herstellern. Als Extras scheinen sowieso nur sieben Punkte im Prospekt auf.

Die Sieben scheint die magische Zahl bei Kia zu sein. Eben solange dauert die allgemeine Fahrzeuggarantie, oder auch die Mobilitätsgarantie, sowie das Update für das Kartenmaterial des Navigationsgeräts.

Im 8″ Touchdisplay werden neben der Routenführung auch die Anzeigen des Infotaimentcenters angezeigt. Selbiges ist an ein Harman Kardon Soundsystem angeschlossen, was für Konzertsaalfeeling sorgt. Beim Rundumblick stellt man fest, dass der Kia sehr übersichtlich proportioniert ist, jedoch der Rückblick durch die ansteigende Heckablage nur erschwert ausreichend möglich ist. Die Abhilfe folgt auf den Fuß und so ist es nicht verwunderlich, das bereits eine Lösung in Form einer Rückfahrkamera an Bord ist. Selbige ist mit weiteren Kameras gekoppelt für Vogelperspektive im Display.

Eine Heerschaft an Assistenzsystemen erleichtert dabei das Leben des Fahrers. Spurhalteassistent, Tempomat mit Abstandsregelung, Einparksystem, Kurvenlicht, Fernlichtassistent, Verkehrsschilderkennung oder ein Notbremsassistent sorgen für maximale Sicherheit. Sicher ist auch, dass der 1,7er Turbodiesel keine schlechte Wahl für den Optima ist. Wer jetzt milde lächelt und meint, dass 141 PS für so ein Trumm Auto zu wenig sind, sollte sich schleunigst einen Probefahrttermin ausmachen, damit er eines Besseren belehrt wird. Ein Rennwagen ist diese Limousine freilich keine, das braucht es auch nicht. Es soll gediegenes entspanntes Reisen damit sein. In Verbindung mit dem Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe, ist es das allemal.

Die stark verbesserte Fahrzeugdämmung in Verbindung mit der passenden Getriebeabstufung, erzeugt ein luxuriöses Wohlfühlambiente. Da schätzt man die empfundene Leistung locker um ein Drittel höher ein. Das neue, adaptive Fahrwerk schluckt dabei komfortabel fast alle unliebsamen Stöße, ohne schwammig oder gar entkoppelt zu wirken. Die ebenfalls neue Servolenkung, die nicht mehr wie bisher an der Lenksäule unterstützend eingreift, sondern direkt an der Zahnstange – ist geschwindigkeitsabhängig gesteuert und liefert ein ausreichendes Feedback an den Fahrer.

Wer es gerne etwas sportlicher hat, braucht nur den Fahrmodusschalter in der Mittelkonsole drücken, schon geht es im Sportmodus knackiger zur Sache. Es wird jetzt nicht so extrem, das man beim Überfahren einer Zigarette sagen könnte, ob es eine mit oder ohne Filter war, aber es wird doch deutlich straffer. Die Lenkung zeigt sich in diesem Modus ebenfalls strammer und asphaltverbundener. Hat er zuvor noch die meisten Unebenheiten geschluckt, so dringen nun manche Schläge bis zum Fahrer durch.

Konnte man den Optima im Normalmodus mit schlagartigen Ausweichmanövern bei gleichzeitig einsetzender Vollbremsung, wie es etwa beim Ausweichen eines plötzlich auftauchenden Hindernisses entsteht, zu einem kleinen Tänzchen mit dem Heck ermutigen, bleibt er im Sportmodus unbeeindruckt davon.

So oder so, sicher ist er allemal. Wobei man die Tendenz zur komfortablen Abstimmung sehr wohl verspürt.

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