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Es ist Montagmorgen der 7.März. Ein Blick auf meinen Kalender zeigt, dass ich Mittwoch und Donnerstag mehrere Termine in NÖ, OÖ und Salzburg wahrnehmen muss. Ein weiterer Blick auf den Parkplatz offenbart mir, dass die klassischen Außendienstfahrzeuge wie unser Optima oder Sportage momentan alle verborgt sind und daher fasse ich einen gewagten Entschluss. „Ha, ich fahre diesmal mit dem Soul EV!“. „Du bist verrückt“, erwidert der eine oder andere Kollege. „Nein, nein, das funktioniert fix“, melde ich breitbrüstig zurück. Allgemeines Kopfschütteln. Egal, mein Entschluss steht fest.

Das Auto hält annähernd, was die Zahlen am Prospekt versprechen; das Ladenetz wurde im letzten Jahr fantastisch erweitert und es gibt keinen aussagekräftigeren Test, bei Temperaturen zwischen 0 und 10 Grad. Was auch nicht von der Hand zu weisen ist, ist die Tatsache der neuen Sachbezugsregelung für E-Autos seit 1.1.2016. Nachdem ja jeder immer mehr Geld haben will, wäre hier Potenzial für eine nette Gehaltserhöhung, ohne hier in langwierige Verhandlungen mit dem Arbeitgeber zu geraten.

1. Akt

Los geht die Reise eigentlich schon am Dienstagabend. Ich übernehme den zu 99% geladenen Soul EV im feschen schwarz/rot und fahre von der Firma aus noch ein bisschen shoppen und dann nach Hause. Mittwoch früh mache ich mich mit 86% Akkustand auf den Weg nach St. Pölten zur Eurotaxsitzung. Zum Glück ist diese in der Nähe von einem Einkaufszentrum mit einer 22kw Ladestation von Smatrics. Ohne Probleme und teilweise ohne Heizung (potenzieller Stromfresser) bewältige ich die 68km lange Strecke und nutze die gut 4,5 Stunden Aufenthalt um das Auto auf 100% aufzuladen. Während das Auto lädt, erfährt die Branche was es Neues gibt bzgl. Restwerten, Aufteilungen der Zulassungszahlen (privat, gewerblich, gefaked). Außerdem hält Herr Dr. Fischer von Smatrics einen sehr interessanten Vortrag über die Zukunft der E-Mobilität. Gestärkt von einem fantastischen Mittagessen geht die Reise weiter zu meinem nächsten Termin. 16:30 Autohaus Günther in Linz.

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2. Akt
Nachdem ich einen schweren Gusto auf Kaffee bekomme, mache ich halt in St. Valentin. Auch im guten Wissen, dass dort ebenfalls eine Smatrics-Ladestation ist und sogar ein 50kw Schnelllader. Also anstecken, Kaffee trinken, die Nikotinsucht befriedigen und es geht wieder los. Was ich leider nicht mitbekommen habe ist, dass der Ladevorgang, warum auch immer, bei 74% gestoppt hat. Mir ist es aber im Endeffekt egal, da es ja eh nicht mehr weit bis Linz ist.

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3. Akt
Minus 12% Akkukapazität später erreiche ich Linz bzw. das Autohaus Günther in Linz. Am Programm steht zuerst ein kurzer Besuch bei der Dispo um den Auslieferungsprozess für einen Großkunden nochmals nachzuschärfen. Der zweite Punkt war eine erste Verkäuferschulung, nachdem sich Gott sei Dank die GF des Autohauses Günther ebenfalls entschieden hat, Soul EV Händler zu werden (ja, dafür muss man sich extra deklarieren).

Leider verfügt das Autohaus nur über eine alte Wallbox mit 3,7kw Leistung, welche noch aus Amperas Zeiten stammt. Das hat zur Folge, dass selbst nach 2 Stunden Aufenthalt nicht viel Strom im Akku ankam.

Nun geht es weiter zu meinem letzten Ziel für heute: Großarl. Ich entscheide mich für die optisch schönere Strecke, über die A9 nach Liezen, weiter nach Schladming, Bischofshofen bis nach Großarl. Nachträglich betrachtet blöd, weil´s dann eh schon finster war und ich außer der beleuchteten Piste in Schladming nix von der Gegend hatte.

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4. Akt
Den vierten „Tankstopp“ muss ich in Kirchdorf an der Krems einlegen. Ein lieber Freund verkürzt meine Ladezeit von knapp 20 Minuten. Nachdem er auch aus der Branche kommt, haben wir viel zu quatschen und jammern.

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5. Akt
Die Temperatur ist mittlerweile auf knapp unter 0 gefallen und die Heizung dementsprechend ständig in Betrieb. Auch durch das ständige Bergauf Richtung Pyhrnpass fällt der Akkustand beängstigend schnell. Nichtsdestotrotz erreiche ich die nächste Schnellladestation von Smatrics bei McDonalds in Haus im Ennstal. Blöderweise hatte sich hier kurz vor mir ein BMW i3 Fahrer eingefunden und nachdem er es eilig hat und ich Hunger, lasse ich ihn mal vollladen und stecke den Soul EV danach an.

Witzigerweise hat er es dann doch nicht so eilig, da nachdem sein Auto vollgeladen war und ich den Soul EV ansteckte, wir noch gut 30 Minuten gequatscht haben. Er war gerade am Weg von München nach Graz!!! Jedoch ein bissi schummeln tut er schon, da sein i3 über einen REX verfügt, was lt. seinen Aussagen gut 150km mehr Reichweite bringt. Als wir dann alles besprochen hatten und er sich verabschiedet, ist mir nicht nur A… kalt, sondern auch der Soul EV wieder auf 84% geladen. In Summe dauerte das extra 50 Minuten.

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6. Akt
Es ist bereits halb elf, als ich endlich in Großarl ankomme (so viel dazu, dass ich ein Leben wie ein junger Hund hab, wie einer meiner Kunden meinte als ich meine Tour auf Facebook ankündigte). Auf Grund der vielen Höhenmetern ins Großarltal war der Akkustand wieder auf 28% gesunken.

Zu meiner Erheiterung unterhielten die Gebrüder Rohrmoser die Gäste mit Livemusik. Ihr Repertoire reichte von Reinhard Fendrichs „I am from Austria“, über Helene Fischers „Atemlos“ (grauenvoll) bis zu Seiler & Speers „Soits leben“. Welch Überraschung, bei „Atemlos“ hielt es die deutschen Touristen nicht auf ihren Sitzen.

Als die Show beendet ist, sitzen wir noch bis halb eins an der Bar und ich erzähle von meiner Tour und meinen Erlebnissen bzw. wir beraten über die morgen anstehenden Termine mit Kunden, die sich für den Soul EV interessieren. Andi ist so nett und nimmt dann mein Auto mit zu sich um es über Nacht an die Steckdose zu hängen.

Am nächsten Morgen, um zirka halb zehn, fahren wir mit dem Soul EV zum ersten Interessenten, der direkt in Großarl seinen Betrieb hat. Eine Tischlerei, die sich aufgrund der neuen Sachbezugsregelung für ein Elektroauto für den Fahrzeugpool entschieden hat. Sie konnten das Auto bereits knapp eine Woche testen und sind sehr zufrieden, u.a. mit der Reichweite. Wir verbleiben so, dass wir ihm im nächsten Schritt Leasingangebote übermitteln.

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Der zweite Termin findet dann in Bischofshofen statt. Gleiches Thema, ganz andere Voraussetzungen. Der Eigentümer des Elektrikerbetriebes fährt selbst einen Tesla und die Angestellten verfügen über einen E-Kangoo für Montagearbeiten. Hier geht es darum, den Pool vielleicht um einen Kia Soul EV zu erweitern. Witzig ist, dass die schwarz/rote Lackierung perfekt zum Logo der Firma passen würde. Bei der Besichtigung des Fahrzeuges wird dann auf dem bereits recht staubigen Auto das Logo in die Seitentür gezeichnet. Nächste Schritte hier sind mal eine ausgiebige Testphase und natürlich ein Angebot.

7. Akt
Gut 3,5 Stunden nach der Abfahrt beim Hotel erreichen wir das Kia-Center Pongau. Nachdem ja alle unsere Soul EV Händler über eine 22kw Wallbox verfügen müssen, kann ich mein Fahrzeug hier für die Rückfahrt rüsten und dementsprechend vollladen. In der Zwischenzeit gehen wir Mittagessen. Bevor ich mich verabschiedete, machten wir noch einige Leasingkalkulationen für die zwei besuchten Kunden.

100% geladen und frisch gewaschen (das Auto) ging es Richtung Wien. Diesmal die klassische Route A10 Richtung Salzburg und dann die A1 nach Wien. Das heißt: in einem Zug zurück.

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8. Akt
Der erste Ladestopp findet auf der Raststation Mondsee. statt Wieder eine 50kw Schnellladestation von Smatrics. Ohne große Zeitverzögerung geht es weiter bis St. Valentin.

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9. Akt
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An sich wollte ich eigentlich bereits in Linz stehen bleiben, aber der Akkustand lässt eine Weiterfahrt zu. In St. Valentin lade ich das Auto dann auf 94%, denn das lässt der Soul EV bei dementsprechender Außentemperatur zu. D.h. wenn der Ladevorgang bei 84% stoppt, einfach nochmal starten und nach weiteren 10 Minuten sind die bei Schnellladung möglichen 94% erreicht. In Summe dauert der Ladestopp etwa 40 Minuten, jedoch habe ich damit die Sicherheit, dass ich bis Steinhäusl durchfahren kann.
10. Akt
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Dort angekommen, ist die Sehnsucht nach meiner Couch schon sehr groß und daher breche ich den Ladevorgang bei 52% ab und erreiche nach knapp fünfeinhalb Stunden Fahrzeit meine Wohnung in Wien 3, mit genug Restreichweite, um am nächsten Tag noch locker in die Firma zu kommen.

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Fazit

Zum Schluss möchte ich noch eine bekannte Autozeitschrift kopieren um meine Eindrücke preisgeben:

Was mir gefällt?

Wie entspannt man an sein Ziel kommt. Kein Fluchen (die durchschnittliche Schimpfwortrate ist dann doch manchmal höher als der Durchschnittsverbauch/100km), kein Drängeln, kein Stress. Frei nach dem kärntnerischen Motto: „Loss lei lafn“ segelt man durch die Gegend.

Was mich überrascht?

Die „Reichweitengier“ die man entwickelt und wie perfekt die Ladepunkte von Smatrics gewählt wurden. Auch die Tatsache, mit welcher Gelassenheit ich den Tempomaten bei 105km/h fixierte und was für ein fantastisches Soundsystem im Auto verbaut wurde!

Was mir fehlt?

Autonomes Fahren gepaart mit E-Mobilität würde dann noch viel Zeit freischaufeln, um die in den zwei Tagen angesammelten Emails direkt abzuarbeiten.

Zusammengefasst kann man sagen, dass es definitiv möglich ist eine Dienstreise von knapp 900km in zwei Tagen mit dem Elektroauto zu machen. Natürlich ist es zeitlich ein Unterschied, wenn ich einen Kia Optima fahre, der 1000km Reichweite hat, jedoch bin ich noch nie so entspannt an meinem Reiseziel angekommen. Was jedoch wirklich wichtig ist, dass man seine Reise im Vorhinein gut plant – Wo kann ich laden? Wie kann ich dort laden?

Aber selbst diese Fragen stellt man sich ab der zweiten Reise nicht mehr, die dann in meinem Fall im April bis Vorarlberg führen wird. Ich hoffe bei höheren Temperaturen und mit definitiv „rollwilligeren“ und daher stromsparenderen Sommerreifen.

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